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Der für das Mixed vorgesehene Björn Siegemund konnte wegen einer Meniskusverletzung nicht spielen. 900 Zuschauer, die Halle ist restlos ausverkauft, die Zuschauer stehen bis dicht an die Felder. Der Veranstaltung stand ganz im Zeichen des Abschieds der beiden langjährigen Nationalspieler Michael Keck und Michael Helber.

Ein emotionaler Abschied von Michael Keck und Michael Helber
Ein Bericht von Eric Kolling
Quelle: Badminton.de

Volle Halle - Prima Atmosphäre (21.10.) Die Halle war voll - fast 1000 Zuschauer hatten den Weg in die Ingobertushalle nach St. Ingbert gefunden. Seitlich an den Feldern waren zusätzliche Stühle aufgestellt, doch selbst die reichten nicht für alle - die Zuschauer standen teilweise bis dicht an die Felder. Organisator Heinz Bussmann sowie das Team um Holger Baus, den Sportwart des Saarländischen Badminton-Verbandes hatte ganze Arbeit geleistet. Eine Cheerleadergruppe bestritt das Vorprogramm, die Zuschauer konnten auch an einem Preisrätsel teilnehmen, bei dem es Schläger und Taschen zu gewinnen gab. Zu Gast in der Halle war auch der Saarländische Rundfunk mit den Moderatoren Thomas Braml und Stefan Hauch. Unter anderem drehten sie Szenen für das Portrait über Michael Keck "Spiel-Satz-Leben", welches am 20. Oktober im SR Südwest Fernsehen gezeigt wurde.

Kinderkrebshilfe profitiert In diesem Portrait wird die Leidensgeschichte von Michael Keck dokumentiert. Bei "Kecki" wurde Ende 2001 Hodenkrebs diagnostiziert. Doch Keck besiegte die Krankheit wie Vorbild Lance Armstrong mit unbändigem Siegeswillen. Apropos Armstrong: Dieser stiftete für eine Versteigerung zu Gunsten der Kinderkrebshilfe der Villa Kunterbunt ein original "Gelbes Trikot" der Tour de France mit Autogramm. Diese Aktion hatte Michael Keck initiiert. Zur Versteigerung gelangte ebenso ein Trikot von Dirk Nowitzki. Und auch die volle Halle war sehr erfreulich, da ein Teil des Eintrittspreises an die Kinderkrebshilfe ging.

Strapaziöse Länderspielwoche für das deutsche Team Fernab dieses wohltätigen Hintergrundes war für die deutsche Nationalmannschaft das Match gegen Dänemark bereits der dritte Auftritt in einer Woche. Montags gewann man gegen Frankreich mit 4:1, tags drauf unterlag man allerdings dem gleichen Gegner mit 1:4. Dänemark war allerdings ein anderes Kaliber als die Frankreich. Dass die Dänen überhaupt als Ersatz für China verpflichtet werden konn-ten, freute vor allem Martin Kranitz, den Referenten Leistungssport des Deutschen Badminton-Verbandes: "Dass die Dänen wieder gegen uns anzutreten bereit sind ist ein Zeichen dafür, dass wir durch internationale Erfolge der vergangenen Zeit für Europas Top-Nation wieder ein akzeptierter Partner sind."

So lief das Spiel

MX: Thomas Tesche & Carina Mette - Michael Lamp & Anne Lou Jörgensen 3:11, 1:11
Ihr Länderspieldebüt hatte sich die 20-jährige Carina Mette vom der Bottroper BG sicher anders vorgestellt. Da Björn Siegemund wegen einer Meniskusverletzung nicht spielen konnte, wurde kurzer-hand das "Not-Mixed" Tesche & Mette aus der Taufe gehoben. Den starken Dänen konnten die beiden allerdings nie ernsthaft gefährlich werden.

DE: Katja Michalowsky - Annemarie Pedersen 11:7, 6:11, 4:11
"Sie stellt keine Fragen, sie setzt Ausrufezeichen!" Mit diesen Worten hatte Heinz Bussmann Katja Michalowsky vom BC Saarbrücken-Bischmisheim vor dem Dameneinzel angekündigt. Leider gelang es Michalowsky nur im ersten Durchgang, Ausrufezeichen zu setzen. In diesem Satz ließ sie ihre Gegnerin viel laufen, hetzte sie geschickt immer wieder quer durchs Feld. Die Dänin schien zunächst kein Rezept zu finden. Erst Mitte des zweiten Satzes erhöhte Pedersen das Tempo, spielte sehr druckvoll. Michalowsky kam völlig aus dem Tritt und wurde von der Dänin unsanft auf die Verliererstrasse abgedrängt.

DD: Nicol Pitro & Carina Mette - Anne Lou Jörgensen & Helle Nielsen 7:11, 4:11
Im ersten Durchgang sah es zeitweise so aus, als könnten Pitro & Mette für eine Überraschung sorgen. Doch wie bereits zuvor im Dameneinzel konnten die Däninnen mühelos im entscheidenden Moment zulegen.

HE: Jens Roch - Kaspar Oedum 15:10, 5:15, 15:10
Jens Roch schaffte es schnell, sich die Sympathien der fast 1000 Zuschauer zu sichern. Letztlich steuerte er den einzigen deutschen Zähler bei und zeigte dabei ein tolles Kämpferherz. Im ersten Satz bog er sogar einen 6:9-Rückstand zum 15:10-Sieg um. Gegen den starken Dänen eine sicherlich bemerkenswerte Leistung. Der zweite Durchgang lief dann allerdings völlig an Roch vorbei. Erst im Entscheidungsdurchgang konnte er wieder an sein druckvolles und fast fehlerfreies Spiel des ersten Satzes anknüpfen und das Spiel mit Nervenstärke für sich entscheiden.

HD: Michael Keck & Michael Helber - Michael Lamp & Mathias Boe 9:15, 6:15
"Ich bin schon ziemlich nervös, Kecki aber gar nicht." so Michael Helber vor seinem finalen Auftritt im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Doch die angesprochene Nervosität war ihm zunächst nicht anzumerken. Ganz im Gegenteil. Zu Beginn des ersten Satzes demonstrierten die beiden "Oldies" noch ein letztes Mal, warum sie zusammen insgesamt 126 Mal für Deutschland zum Einsatz gekommen waren. Vor den Augen der saarländischen Innenministerin und Kecks künftigen Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer brachten die mehrfachen Olympiateilnehmer die Dänen ein ums andere Mal in arge Bedrängnis. Beim Spielstand von 9:8 hatten sie allerdings eine zu lange Schwächephase, in der ein unnötiger Fehler den nächsten jagte. Nun waren die Dänen obenauf und hatten schnell den "Sack zugemacht". Im zweiten Satz fanden Keck & Helber nicht mehr ins Spiel zurück und machten viele leichte Fehler. Daher war Ausgang der Begegnung mit 15:6 für Lamp & Boe umumgänglich.

Der finale Countdown für Keck & Helber
Doch der sportliche Vergleich mit dem amtierenden Europameister Dänemark rückte etwas in den Hintergrund. Schließlich war das Spiel vor allem das Abschiedsspiel der "Wahl-Saarländer" Michael Keck und Michael Helber. Beiden hatte Organisator Heinz Bussmann die Möglichkeit verschafft, sich noch einmal vor ihren Freunden und treuen saarländischen Fans zu verabschieden. DBV-Vize Heppner betonte zwar, dass dieses Länderspiel nicht die offizielle Verabschiedung von Michael Keck sein könne, hob aber auch hervor, dass bisher nur ganz wenige deutsche Badmintonspieler überhaupt ein Abschiedsländerspiel bekommen hätten. Guido Schänzler war laut Heppner 1992 gegen Schottland der letzte. Für die Fans war dies - ebenso wie das abschließende Ergebnis mit 1:4 - eher nebensächlich. Sie wollten in erster Linie Keck und Helber feiern. Noch Minuten nachdem der letzte Ballwechsel im abschließenden Herrendoppel gespielt worden war, bedachten die Fans die beiden mit Ovationen. Ein sehr emotionaler Abend, nicht nur für die beiden im Mittelpunkt stehenden Michaels.
Spielplan
Mixed Thomas Tesche
Carina Mette
Michael Lamp
Ann-Lou Jörgensen
3:11 1:11   0:1
Dameneinzel Katja Michalowsky Annemarie B. Pedersen 11:7 6:11 4:11 0:2
Herreneinzel Jens Roch Kaspar Oedum 15:10 5:15 15:10 1:2
Damendoppel Nicol Pitro
Carina Mette
Ann-Lou Jörgensen
Helle Nielsen
7:11 4:11   1:3
Herrendoppel Michael Keck
Michael Helber
Michael Lamp
Mathias Boe
8:15 6:15   1:4
   Austragungsort
St. Ingbert
Ingobertus Sporthalle